9. November 2017 Chris

Und dafür arbeitest du?

Wenn alles gut läuft, fasst der Auftraggeber das veranschlagte Honorar als ein „Angebot, dass er nicht ablehnen kann“ auf.
Wenn alles gut läuft, machen Expertise, Professionalität und der Ruf an sich deutlich: Hier ist jemand sein Geld wert.
Wenn…

Damit hier eines herrscht, nämlich Klarheit, ich rate niemandem dazu, von seinem, einmal definierten Pricing abzuweichen, nur weil die Auftragslage gerade dünn ist.

Preisdumping hat vollkommen zu Recht einen schlechten Ruf, da es auf lange Sicht dazu führen wird, dass das Niveau jedes Marktes sinken wird. Selbst in der Not frisst der Teufel hier keine Fliegen.
Wenn also die sprichwörtliche „Not“ entfällt, gibt es keine Legitimation für Nachlässe?
Doch.
Gibt es.

Ausgewählte Arrangements, in denen Rabatte durchaus Sinn machen, wenn sie bewusst positioniert werden können.

Szenario #1: Jobs in Reihe

Wenn es nicht nur um einen singulären Auftrag geht, sondern um ein längerfristiges Arrangement. Der Kalender füllt sich mit einem Schlag und für diesen seltenen Luxus der Planbarkeit kann man ruhigen Gewissens ein paar Prozente geben. Mengenrabatt quasi.

Szenario #2: Neukundenbindung

Der klassische „Fuss in der Tür“ mit dem man in erster Linie mit dem Kunden in Kontakt kommen will. Unerlässlich ist, dass man sein Einstiegsangebot als Solches in Vorfeld überdeutlich kommuniziert. Also herausstellt, dass man gewillt ist, unter Preis zu arbeiten, um sich kennen zu lernen. Und das dieser Nachlass ausschließlich für diesen ersten Job gilt.
Sonst ist es wahrscheinlich als „Budget-Lösung“ in Erinnerung zu bleiben und das kann niemand wollen.

Szenario #3: Herzensangelegenheit

Es gibt diese Engagements, die so schön, so spannend oder einfach so wichtig für das persönliche Wohlbefinden sind, dass man es genießen kann, ein Teil davon zu sein. Auch gerne günstig oder vielleicht sogar umsonst. Das ist nicht nur vollkommen okay, das ist fantastisch.
Denn ist es nicht diese, im Alltag viel zu selten empfundene Begeisterung, die uns ursprünglich auf den edlen Pfad des Freelancers geführt hat?

Am Ende des Tages…
… solltet ihr euren Preis bestimmen. Nicht der Kunde.


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