14. August 2017 Chris

Freelancer vs. Entrepreneur

Sich als „Entrepreneur“ zu bezeichnen, ist sexy. Warum das so ist, entzieht sich meiner Kenntnis. Während sich große Teile der Jugend in den 80er, 90er und auch noch 00er Jahren als Gegenkultur verstanden haben, findet man Heute zig gesunde, hübsche Millenials, die als „Entrepreneur“ ihr wirtschaftliches Wissen über Youtube und andere Kanäle durch das web streamen.

Der Mehrwert dieses Outputs ist zweifelhaft. Die Frage, die sich mir stellt ist:
Was kann mir ein 23 Jahre alter Kerl über Brandbuilding oder Email Marketing erzählen, wenn seine offensichtliche Einnahmequelle Online Seminare über Brandbuilding oder Email Marketing sind? Hat der noch Zeit, Brandbuilding für seine Kunden zu machen?

Egal. Lassen wir das…Was ist denn nun der Unterschied zwischen einem Freelancer und einem Entrepreneur? Und ist eine Unterscheidung überhaupt wichtig?

Ja!

Sie ist sogar vollkommen entscheidend, da hier maßgebliche Weichen gestellt werden.

Wenn dein Geschäft so aussieht, dass du von einem Kunden einen spezifischen Auftrag erhältst, diesen ausführst und dann bezahlt wirst, bist du ein Freelancer. Aller begrifflichen Sexyness zu trotz. Ein Freelancer verdient kein Geld, wenn er schläft. Ebensowenig, wenn er sich zwei Wochen Urlaub gönnt. Seine aktive / operative Arbeit ist, was Einkommen generiert.

Der Entrepreneur arbeitet im Wesentlichen darauf hin, sich im operativen Geschäft überflüssig zu machen. Das wird erreicht, indem er sich mit Leuten umgibt, die für ihn dieses Geschäft führen. Im Idealfall sogar besser, als er es selbst kann. Und es ist nicht unwahrscheinlich, dass er dafür Freelancer beschäftigen wird.

Kurzfassung:

  • der Freelancer verdient Geld während er arbeitet
  • der Entrepreneur verdient Geld, nachdem er gearbeitet hat

Wäre entsprechend nicht besser, direkt den sexy Weg des Entrepreneur einzuschlagen? Ist das nicht sinnvoller?

Nein. Es ist ein vollkommen anderer Schnack.

Am 18. August beginnt die Bundesliga und Millionen von Zuschauern werden wieder regelmäßig zuschauen, wie 2 x 11 Spieler über den Rasen laufen. Diese Spieler werden, stark vereinfacht ausgedrückt, dafür bezahlt, den Ball zu treten. Sie agieren als Freelancer. Der Vorstandsvorsitzende eines jeden Vereins arbeitet als Entrepreneur. Es fällt Entscheidungen, schließt Verträge und delegiert. Trotzdem wird man, und darauf wette ich, tausende Kinder finden, deren größter Traum es ist, Profifussballer zu werden. Die Anzahl kleiner Jungs und Mädchen, die mit leuchtenden Augen davon schwärmen, dass sie eines Tages Vorstandsvorsitzender werden, sollte überschaubar sein.

Klar soweit?


Pingback #1: Es ist gut und wird noch besser
Pingback #2: Do you even Podcast

Tagged: , ,

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.